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Pollo
- Schmalspurbahn in der Prignitz
Streckennetz
heutige Zeitzeugen
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Einfach nur Pollo, so heißt unsere Schmalspurbahn, die über 70
Jahre lang durch die Prignitzer Landschaft bis zu ihrer Stilllegung 1969
bzw.1971 verkehrte. Diese Bahn mit der Spurweite von 750 mm, hatte in ihrer
größten Ausdehnung ein Streckennetz von 101,63 km. Dieses entstand ab dem Jahre
1897 mit den Strecken Kyritz - Lindenberg - Hoppenrade, zuzüglich des Abzweiges
von Rehfeld nach Breddin und Perleberg - Hoppenrade, 1900 Viesecke - Glöwen,
1907 Lindenberg - Kuhsdorf, 1908 Kuhsdorf - Pritzwalk und als letzte Strecke
folgte 1912 Viesecke - Kreuzweg.
Alle Strecken wurden vorrangig gebaut, um die landwirtschaftlichen Produkte
abtransportieren zu können. Die Bahnanlagen wurden einfach gehalten. Der Oberbau
bestand aus 9 m langen Schienen die auf 12 Schwellen aus Kiefernholz verlegt
waren. Gebettet waren die Gleise in ungesiebtem Grubenkies. Die Empfangsgebäude
waren eingeschossig in Fachwerk-Ziegel-Bauweise oder nur einfache Wartehäuschen
aus Ziegel oder Holz. Die Gleisanlagen der Zwischenstationen hatten nur ein
Ausweich- oder Ladegleis. Ein Umschlag von Gütern gab es nur von Hand. Für den
Personenverkehr wurden 1939 zwei Triebwagen angeschafft, um den Personenverkehr
kostengünstiger und schneller durchzuführen.
Im Jahre 1948, wurde der Streckenabschnitt Viesecke-Kreuzweg abgebaut, um mit
dem Gleismaterial den nach dem 2. Weltkrieg abgebauten Strecke Glöwen -
Havelberg (ehem. Normalspurbahn/Reparationsleistung) wieder aufzubauen. Seit dem
gab es in Glöwen zwei Schmalspurbahnhöfe an der Hauptbahn Berlin - Hamburg, die
aber keine schmalspurige Gleisverbindung hatten. Da die Leistungsfähigkeit des
Kraftverkehrs immer weiter anstieg und die Schmalspurbahn immer uneffektiver
wurde, kam es zum Jahresende 1967 zur Einstellung des Verkehrs zwischen Glöwen
und Lindenberg. Am 31.Mai 1969 wurde auch auf dem Restnetz der Verkehr
eingestellt. Nur zwischen Glöwen und Havelberg dampfte es noch bis zum
26.September 1971.

Abzweig Vettin (Blick Lindenberg)
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